
Woran Sie einen Fake-Shop erkennen
Fake-Shops sehen oft professionell aus. Diese Warnzeichen sollten Sie stutzig machen, vor allem wenn mehrere zusammenkommen:
- Preise weit unter dem Markt. Gefragte Markenware oder Geräte deutlich billiger als überall sonst.
- Am Ende nur Vorkasse. Im Shop werden viele Zahlungsarten angezeigt, beim Bezahlen bleibt aber nur die Überweisung.
- Seltsame Adresse. Die Internetadresse passt nicht zum Angebot, enthält Tippfehler oder eine ungewöhnliche Endung. Oft werden alte Adressen aufgekauft, die früher etwas ganz anderes waren.
- Fehlendes oder falsches Impressum. Keine Anschrift, nur ein Kontaktformular, eine Adresse, die es nicht gibt, oder ein kopiertes Impressum eines echten Unternehmens.
- Gefälschte Gütesiegel. Ein echtes Siegel lässt sich anklicken und führt zur Prüfseite des Siegelanbieters.
- Druck. Countdowns, „nur noch 2 Stück“ oder Rabatte, die angeblich gleich ablaufen.
- Keine oder nur perfekte Bewertungen. Suchen Sie nach dem Namen des Shops zusammen mit „Erfahrungen“ oder „Betrug“.
Kostenlos prüfen: der Fakeshop-Finder
Die Verbraucherzentralen bieten mit dem Fakeshop-Finder ein kostenloses Werkzeug an: Sie geben die Adresse eines Shops ein und erhalten eine Einschätzung in Ampelfarben. Er hat nach Angaben der Verbraucherzentralen bereits mehr als 100.000 Fake-Shops erkannt. Sie finden ihn auf verbraucherzentrale.de. Prüfen Sie einen unbekannten Shop am besten, bevor Sie bezahlen.
Sicher bezahlen
- Auf Rechnung, per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal zu zahlen, ist sicherer als Vorkasse, weil Sie Geld zurückholen können.
- Bei Überweisungen prüft Ihre Bank seit Oktober 2025, ob Name und IBAN des Empfängers zusammenpassen. Nehmen Sie eine Warnung ernst und brechen Sie im Zweifel ab.
- Auf Marktplätzen nur über den Bezahlvorgang der Plattform zahlen. Wer Sie bittet, außerhalb zu zahlen, will meist den Käuferschutz umgehen.
- Bei PayPal nie „Freunde und Familie“ für Käufe nutzen: Dann gibt es keinen Käuferschutz.
Schon bezahlt: Das sollten Sie sofort tun
- Bank oder Zahlungsdienst kontaktieren. Je schneller, desto besser. Eine Überweisung lässt sich manchmal noch zurückrufen, solange das Geld nicht gutgeschrieben ist. Lastschriften können Sie zurückgeben, bei Kreditkarten eine Rückbelastung beantragen, bei PayPal einen Konflikt melden.
- Beweise sichern. Screenshots vom Shop, der Bestellbestätigung, E-Mails, Zahlungsbeleg und der Internetadresse.
- Anzeige erstatten. Bei der Polizei, in den meisten Bundesländern auch online über die Onlinewache.
- Shop melden. Bei der Verbraucherzentrale, damit andere gewarnt werden.
- Zugangsdaten ändern. Haben Sie ein Kundenkonto angelegt, ändern Sie das Passwort überall, wo Sie dasselbe verwendet haben.
Vorsicht vor „Rückholdiensten“: Nach einem Betrug melden sich manchmal angebliche Anwälte oder Firmen, die gegen Vorkasse versprechen, das Geld zurückzuholen. Das ist häufig der nächste Betrug.
Falsche Händler auf echten Marktplätzen
Auch auf bekannten Plattformen gibt es betrügerische Angebote. Typisch: Ein Verkäufer bittet per Nachricht, außerhalb der Plattform zu zahlen, oder schickt einen Link zu einer nachgemachten Bezahlseite. Bleiben Sie im Bezahlvorgang der Plattform und melden Sie solche Nachrichten. Mehr im Ratgeber eBay-Käuferschutz.
Phishing: gefälschte Nachrichten von Shops
Betrüger verschicken E-Mails und SMS, die aussehen, als kämen sie von Amazon, eBay oder einem Paketdienst: Ihr Konto sei gesperrt, eine Zahlung fehlgeschlagen oder ein Paket warte auf eine Gebühr. Klicken Sie nicht auf die Links. Öffnen Sie stattdessen selbst die App oder die Website des Shops und prüfen Sie dort, ob es eine Nachricht gibt.
Häufige Fragen zu Fake-Shops
Bekomme ich mein Geld von einem Fake-Shop zurück?
Bei Vorkasse ist das schwierig. Mit Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal stehen die Chancen deutlich besser. Wichtig ist, dass Sie sich sofort an Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienst wenden.
Ist ein Shop mit Gütesiegel automatisch seriös?
Nein. Siegel werden oft nur als Bild kopiert. Klicken Sie darauf: Ein echtes Siegel führt zur Seite des Siegelanbieters mit dem Namen des Shops.
Woran erkenne ich ein gefälschtes Impressum?
Suchen Sie die Firma und die Anschrift im Internet. Gibt es die Adresse nicht, gehört sie zu einem ganz anderen Unternehmen oder fehlen Angaben wie Handelsregister, ist Vorsicht geboten.
Muss ich Anzeige erstatten?
Es ist sinnvoll. Ihre Bank oder Ihr Zahlungsdienst verlangt manchmal eine Anzeige, und die Polizei kann Fälle mit demselben Shop zusammenführen.




